Wie schon erwaehnt, kommen in unser Oratorium "Corazòn de Maria" jedes Wochenende 800 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Katechismusunterricht, Alfabeticaciòn, Obra Social, Fussball- und Basketballspiel. Viele sind aus armen Verhaeltnissen oder von der Strasse, einige, um gemeinsam zu spielen und zu arbeiten.
Ich leite am Samstagvormittag einen Musikkurs, mit dem Unterrichtsfach Violine (am Samstag bekamen wir auch zwei Violinen!!) und einer Chorgruppe. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei, singen aus voller Kehle zur Zeit weihnachtliche Lieder und meinen drei Geigenschuelern bringe ich die wichtigsten Grundbegriffe der Violine bei. Meine Geige ist auch bei den Sonntagsmessen im Einsatz :)
In "Taller de manualidades" (Bastelkurs) haben wir jeden Sonntagvormittag ein anderes Programm. Zur Zeit basteln wir eine Weihnachtskrippe aus Klopapierrollen, in den vergangenen Wochen fabrizierten wir Freundschaftsbaender, einen Rosenkranz, eine Box fuer Stifte, Rasseln und vieles mehr, manche Kinder verkauften ihre Freundschaftsbaender fuer Essen.
Fuer mich ist die Zahl der jugendlichen und erwachsenen Helferinnen und Helfer beeindruckend - es sind ueber 80 Personen - die sich freiwillig mit Enthusiasmus und Eifer zur Verfuegung stellen. Ohne sie wuerde die Institution nicht funktionieren!
Viele Menschen hier in Ecuador sind sehr arm. Als wir in der vergangenen Woche Leute vom Land besuchten, sah ich zum Einen materielle Armut. In den Doerfern "Principal" und "Guel", wo es weder asphaltierte Strassen, noch Haeuser aus Ziegel gibt (die Haueser sind aus Erde gebaut), sitzen die Frauen am Strassenrand und flechten Sombrerohuete, die sie fuer 5 $ verkaufen (zwei Huete - 10 $ - sind das Einkommen einer Familie fuer eine Woche!) . Da sie oft bis in die Nacht ohne Licht diese Huete fabrizieren, haben sie im Alter vielfach Probleme mit ihren Augen. Zum Anderen fiel mir im Dorf "Sigsig" in einem Telefoncafè eine junge Frau auf (17/18 Jahre), die geschwollene Augen und eine gebrochene Nase hatte. Die Schwestern erzaehlten mir darauf hin, dass Gewalt in der Familie hier in Ecuador normal ist und viel praktiziert wird. Die Frau ist das schwaechere Geschlecht und hat sich zu untergeben. Sieben von zehn Frauen erleben Gewalt ihrer Ehemaenner.
Da bei uns wieder einmal das Internet ausfaellt, kann ich Fotos leider erst ein anderes Mal veroeffentlichen :)
Ich wuensche euch eine schoene und besinnliche Adventzeit von der anderen Seite der Welt!!
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Aufgaben im Oratorium und anderes
Eingestellt von
... die Lisi
um
13:56
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1 Kommentar:
Hallo Lisi!
Gratulation zu deinen Superblog! Du bist ja eine ausgezeichnete Bloggerin!
Ein Vortrag über deine Eindrücke und Erlebnisse für den Absolventenverein wäre Super!
Frohe Weihnachten wünscht dir der Bürokollege deines Vaters - Peter Grüni!
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